2003 / So viel Krach in einer Nacht Eine Komödie in drei Akten von Bernd Gombold

Im Gasthaus zur „Goldenen Gans“ geht auch an diesem Morgen alles seinen gewohnten Gang: Opa Alfons, an den Rollstuhl gefesselt, weil er nicht mehr gehen kann, hat mit der Hausmagd Vroni zu kämpfen. Er wird von ihr wieder einmal unsanft gewaschen. Vroni ist zwar eine gute Seele, doch ihre rauen Umgangsformen machen nicht nur dem Opa, sondern auch dem Knecht Martin sehr zu schaffen. Gustl , der Wirt, und seine Freunde Schmotz Sepp, Mesner Peter  und Pius , der Viehhändler sind wie so oft die einzigen und besten Gäste des Hauses. Jeden Sonntagmorgen treffen sie sich zum Kartenspiel und da bleiben die Kehlen bekanntlich nicht trocken – sehr zum Leidwesen von Agnes, der resoluten Frau von Gustl.

Von ganz anderem Schrot und Korn scheint Herr Joschi zu sein, seit langem mal wieder der einzige Übernachtungsgast in der „Goldenen Gans“. Er behauptet den Alkohol zu verschmähen und predigt einen gesünderen Lebenswandel – von der ausgewogenen Ernährung bis zur Bewegungstherapie. Agnes und ihre Freundinnen, die Turnerfrauen-Vorsitzende Rosemarie und die Kirchenorganistin Martha , sind sehr angetan von Herrn „Joschi“, zumal dieser ein neuartiges Topf- und Pfannenset anbietet, das das Abnehmen leichter machen soll. Prompt unterschreiben die Damen die Kaufverträge für die teuren Töpfe und bestellen gleich auch noch den passenden Herd dazu. Selbstverständlich ohne das Wissen ihrer Männer. Agnes ist von der neuen Lebensweise von Herrn Joschi sogar so begeistert, dass sie ihren Speiseplan auf Vollwert- und Trennkost umstellt und aus der „Goldenen Gans“ ein Lokal für Gesundheitsbewusste machen will. Einzig Gustl, der seit Tagen nichts anderes als Müsli, Quark, Lauch-Zwiebel-Gemüse und Maisauflauf zu essen bekommen hat, tobt als er erfährt, dass seine Frau auch noch die schlachtreifen Schweine dem Roten Kreuz für die Tombola gespendet hat.

Der zwielichtige Joschi bringt die Damen soweit, dass sie ihn zu einer vermeintlichen Gesundheitswoche mit Kneipp- und Bewegungstherapie begleiten. Dies ist Gustl und seinen Spezis gar nicht so unrecht. Sie wollen als „Strohwitwer“ einmal wieder so richtig einen draufmachen und fahren mit entsprechenden Absichten in die Stadt. Derweil nutzt der schlitzohrige Opa die Gelegenheit um Vroni und Martin zu verkuppeln. Da aber beide in der Liebe noch keinerlei Erfahrung haben, erweist sich dieses Unterfangen als äußerst schwierig.

Schon die erste Nacht der unternehmungslustigen Strohwitwer endet mit einem fatalen Rausch, sodass die Tänzerin Lilly die Männer von der Stadt nach Hause bringen muss. Auch Opa hat in dieser Nacht sein wahres Vergnügen mit Lilly, hilft sie ihm doch „auf die Beine“. Zur gleichen Stunde und unerwartet früh kehren jedoch auch die Damen von der geplatzten „Gesundheitswoche“ zurück, auf der sich herausgestellt hat, dass es sich bei Herrn Joschi um einen Betrüger handelt. Nach einigem Tohuwabohu wendet sich dann aber alles noch zum Guten für die Beteiligten.